Chaos oder Dynamik

Erfolgreiche Unternehmen lösen Probleme. Klingt einfach? Ist es aber nicht! Denn es gibt unterschiedliche Problemtypen – und denen gilt es angemessen (unterschiedlich) zu begegnen. Und das fällt vielen – vor allem traditionell hierarchisch strukturierten – Unternehmen zunehmend schwer.

Das Kerngeschäft in vielen Unternehmen basiert auf stabilen, gut organisierten Prozessen. Diese Routinen durchzuhalten und kontinuierlich zu verbessern – die Effizienz zu steigern – ist das “Brot- und Buttergeschäft” in Organisationen. Probleme, die hier entstehen, werden meist durch Unwissenheit oder Fehler ausgelöst und lassen sich demnach durch die Anhäufung und Dokumentation von Wissen z.B. in Form von Prozessen, Regeln, Checklisten lösen. In diesem Problembereich geht es also um die Frage: “Wie funktioniert etwas (richtig, gut, besser…)?” und formale Macht (Hierarchie) ist nötig, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen und ggf. Verstöße zu sanktionieren. Dieses tayloristisch geprägte Denken und Handeln kennen die meisten von uns in Organisationen sehr gut: Steuerung & Kontrolle (“Oben denken – unten arbeiten”).

Der zweite Problemtyp bereitet Organisationen jedoch zunehmend Kopfzerbrechen. Dieser Typ entsteht meist am Markt: Kundenwünsche, rechtliche Vorgaben oder gesellschaftliche Trends ändern sich, Wettbewerber entwickeln neue, bessere oder günstigere Produkte und Dienstleistungen und dadurch geht die Zufriedenheit der eigenen Kunden zurück, brechen Absatz & Umsatz ein. Hier bringt (vorhandenes) Wissen keinen Vorteil, bringt es wenig bis nichts, die internen Abläufe zu verbessern. Was es jetzt braucht, sind (neue) Ideen. Und die bekommt man nur von Menschen, die den strukturellen Freiraum, die offizielle Freiheit haben (und die Motivation entwickeln) kreativ werden zu können. Hier steht die Frage im Vordergrund: “Wer kann/weiß etwas?” und formale Macht hat die Aufgabe, zurückzutreten (sich rauszuhalten) und stattdessen den Raum zu schaffen (und zu halten), damit diese Menschen und ihre Ideen ihre Wirkung entfalten können.

Und jetzt sind wir ganz bei Dr. Gerhard Wohland, der zurecht unterscheidet: Chaos entsteht in Organisationen durch einen Mangel an Wissen (oder den persönlichen Unwillen dieses anzuwenden) und ist für Organisationen schädlich, Dynamik entsteht durch Ideen und ist nützlich. Das ist in der Tat ein wichtiger Unterschied. Denn die meisten Organisationen begehen den entscheidenden Fehler, sich aus alten Gewohnheiten, politischen Zwängen, kulturellen Mustern, mangelnder Reflexionsfähigkeit … beiden Problemen mit der gleichen Lösungsstrategie zuzuwenden: vorhandenes Wissen anwenden d.h. noch mehr Prozesse beschreiben, noch mehr Checklisten und Managementinstrumente einführen in dem verzweifelten Versuch verlorene Stabilität wiederzugewinnen. Und ich spreche hier nicht von den Menschen – ich beschuldige nicht die Menschen falsch zu denken oder zu handeln. Es sind die Organisationen als komplexe soziale Systeme, die nicht in der Lage sind, trotz besseren Wissens vieler in ihr arbeitender Menschen, diesem Problemtyp angemessen zu begegnen.

Deshalb legen wir bei eurosysteam Wert darauf, unseren Kunden zuerst Orientierung zu ermöglichen, mit welchem Problemtyp sie es zu tun haben, bevor wir gemeinsam an passenden Lösungen arbeiten. Und bei den Lösungen “schrauben” wir nicht an Menschen herum, sondern schauen mit unserer systemischen Haltung auf Organisationen als soziale Systeme und suchen nach dynamikrobusten Strukturen und kulturellen Mustern, die wir für Veränderungen nutzen können. Wir stehen nicht für Beratung am Reißbrett und “One size fits all” – Ansätze, denn die Welt in der wir leben, ist nun mal (wunderschön) komplex.

Auf diesen Überzeugungen basiert auch unsere Fortbildung “Systemische Organisationsentwicklung / Change Management”. Wir bei eurosysteam qualifizieren seit mehr als 30 Jahren Berater*innen und Führungskräfte. Hierfür nutzen wir eigene Programme, erprobte methodische Ansätze und unsere langjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen. Im Mittelpunkt steht dabei das erfolgreiche Zusammenwirken von Menschen, ihren Beziehungen und die Wirkmechanismen von Organisationen und ihrer Kultur.

Die Teilnehmer*innen erlernen systemische Methoden rund um die Planung, Durchführung und Evaluation von Veränderungs- und Organisationsentwicklungsprozessen. Über die Inhalte hinaus sind in allen Modulen die individuelle Entwicklung und Arbeit an der eigenen Wirksamkeit zentrale Bestandteile, die wir mit Übungen, Aufgaben, Feedback und Coaching begleiten. Ebenso bieten wir Raum für Austausch und Coaching in Peer Groups.

Wer sich für eine Fortbildung interessiert, hat oft viele Fragen, die wir Ihnen gerne beantworten. Vielleicht sind Sie auch neugierig, wer sich denn noch dafür interessiert. Deswegen bieten wir am 24. Januar von 18 bis 19 Uhr eine virtuelle Infoveranstaltung an. Die Teilnahme daran ist absolut kostenlos und unverbindlich. Sie lernen unsere Ausbilder*innen kennen und wenn danach immer noch Fragen offen geblieben sind, wissen Sie genau, wen Sie anrufen können.

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